Sonntag, 26. April 2020
Eingeboren
auf den Grund seines Herzens wächst die schöne Blume der Weisheit hervor, und
wenn die anderen wachend träumen, und von ungeheuren Vorstellungen aus allen ihren
Sinnen geängstiget werden, so lebt er den Traum des Lebens als ein Wachender,
und das seltenste, was geschieht, ist ihm zugleich Vergangenheit und Zukunft.
Und so ist der Dichter zugleich Lehrer, Wahrsager, Freund der Götter und der
Menschen.
Freitag, 13. März 2020
Samstag, 22. Februar 2020
Donnerstag, 23. Januar 2020
Dienstag, 24. Dezember 2019
Freitag, 22. November 2019
Dienstag, 8. Oktober 2019
Unter
diesem Gesichtspunkt wird man wohl auch hinnehmen müssen, dass Tolstoi auf
Quellen- und Übersetzungsbelege ebenso souverän verzichtet wie auf die Nennung
von Autoren, deren Namen er vergessen oder deren Gedanken er, wie er erklärt,
vollständig mit eigenen Worten ausgedrückt habe. Fremdes Gedankengut wird hier
bedenkenlos mit eigenen Ideen und Glaubenssätzen amalgamiert, Fremdzitat und
Selbstaussage werden bis zur Ununterscheidbarkeit verschliffen, das Arrangement
vorgefundener Texte wird aufgewertet zu einer auktorialen Geste, die nun also
nicht mehr auf Diskursbegründung, vielmehr auf Diskursverschmelzung angelegt
ist. Damit führt Tolstoi ein intertextuelles Schreibverfahren vor, das erst
viel später zur gängigen literarischen Praxis werden sollte und das heute
wieder, angesichts von Plagiaten und Imitaten aller Art, weithin zu reden gibt.
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